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01.02.2019, 15:07 Uhr
Möglicherweise neutral, aber nicht fair
 
 

Alsfelder Allgemeine Zeitung 01.02.19

Möglicherweise neutral, aber nicht fair

CDU beklagt sich über Behandlung ihres Antrages zum Landkindergarten Sellnrod

Erbost zeigt sich die Mücker CDU-Fraktion in der Gemeindevertretung über das Verhalten des Vorsitzenden der Gemeindevertretung Thomas Röhrich. Die CDU hatte für die jüngste Sitzung der Gemeindevertretung einen Antrag zu den derzeit fehlenden Kindergartenplätzen in Mücke gestellt.

Unter anderem wurde beantragt, mit dem Trägerverein der Landkinder Sellnrod und dem Vogelsbergkreis zu prüfen, ob ein Teil der Großtagespflegestelle Sellnrod wieder als gemeindlicher Kindergarten geführt werden kann. Es würde sich anbieten, so heißt es im Antrag, die Kinder ab dem 3. Lebensjahr im Kindergarten und die Kinder unter drei Jahren weiterhin in der Tagespflegestelle zu betreuen. Diesen Antrag wollte der Fraktionsvorsitzende der Mücker CDU, Dr. Hans Heuser erläutern und begründen.

Dies habe Vorsitzender Thomas Röhrich völlig überraschend mit der Begründung abgelehnt, er hätte sich erkundigt und es handele sich um einen Widerstreit der Interessen, da Dr. Heuser zweiter Vorsitzender des Trägervereins „Landkinder Sellnrod“ sei. Einwände von Dr. Heuser, in beruflicher Funktion Richter, und der CDU-Fraktion habe Röhrich nicht gelten lassen. Nun könne es ja durchaus sein, so Prof. Hubertus Brunn für die CDU-Fraktion, dass Herr Röhrich hier im Recht ist, was man zwar nicht annehme, aber derzeit nicht ausschließen könne. Insofern habe er sich möglicherweise bemüht, die Neutralität zu wahren, einen angemessenen und fairen Umgang mit der Opposition lasse er jedoch vermissen. Dass der Vorsitzende seine Einwände erst dann vorbrachte, als Hans Heuser zum Antrag sprechen wollte, werte die CDU als unfair, denn auf diese Weise sei der CDU-Antrag regelrecht abgewürgt worden. „Die Erkundigungen des Herrn Röhrich sind von ihm doch bestimmt nicht am Sitzungsabend eingeholt worden. Es wäre fair gewesen, die CDU-Fraktion rechtzeitig, beispielsweise am Vortag der Sitzung, über die Bedenken zu unterrichten, damit sich die Fraktion entsprechend einstellen kann“, beklagt Brunn. Dies sei aber nicht erfolgt. Dass Vorsitzender Röhrich dann noch habe darüber abstimmen lassen, ob nach Meinung der Gemeindevertretung ein Widerstreit der Interessen vorliegt, sei eine „reine Farce“. Es sei doch klar, „dass SPD und FW mit dem aus ihren Reihen stammenden Vorsitzenden stimmen“. Es sei sehr bedauerlich, dass die Koalition und der Vorsitzende der Gemeindevertretung hier offenbar absichtlich verzögern wollten und dies auf dem Rücken der Kindergartenkinder.

 

 

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