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17.01.2016, 16:05 Uhr
Palliativversorgung/ Hospizbegleitung muss es auch in Mücke geben
CDU will mit Antrag das wichtige Thema in die Öffentlichkeit bringen.
Mücke. „Der Gemeindevorstand wird beauftragt, mit bereits vorhandenen oder neu zu schaffenden Einrichtungen die Voraussetzungen für eine angemessene und würdevolle Palliativversorgung bzw. Hospizbegleitung von schwerstkranken Mitbürgerinnen und Mit-bürgern in der Gemeinde Mücke zu schaffen.“ Dies ist der Wortlaut eines Antrags, den die CDU-Fraktion Mücke zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung am 20. Januar 2016 vor-gelegt hat. Damit wollen die Christdemokraten nach den Worten ihres stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Dr. Hans Heuser dieses sensible und immer wichtiger werdende Thema in die Öffentlichkeit der Gemeinde bringen und einen Anschub an die politisch Ver-antwortlichen geben, dies endlich anzupacken. Denn Mücke und Homberg sind auf der Landkarte des Vogelsbergkreises die einzigen Gemeinden, wo zur Zeit noch keine Sterbe-begleitung angeboten wird, sie sind gleichsam „weiße Flecken“.

Wie Dr. Heuser weiter ausführte, habe eine Untersuchung der renommierten und für Seriosität bekannten Bertelsmann-Stiftung aus dem vergangenen Jahr ergeben, dass nur sechs Prozent der Deutschen ihre letzte Lebensphase in einem Krankenhaus verbringen wollen, d.h. 94% wollen am Ende des Lebens zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung sein.

Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus: tatsächlich sterben in Deutschland jährlich etwa 850.000 Menschen, 45 Prozent (also fast die Hälfte) davon im Krankenhaus. Aus medizini-scher Sicht mag es richtig sein, die letzten Tage oder Wochen in einem Krankenhaus zu

verbringen, die meisten Menschen wollen dies aber nicht. Um den Mitmenschen ein Sterben in Würde und in der Umgebung - möglichst begleitet von Menschen, denen sie vertrauen – zu ermöglichen, ist die Gemeinde geforderte die Voraussetzungen zu schaffen. 

Natürlich könne die Gemeinde Mücke, alleine kein Hospiz einrichten und führen; solche Ein-richtungen sind in den letzten 10-15 Jahren in größeren Städten durch caritativ-kirchliche oder sozial tätige Organisationen (z.B. in Marburg in Verbindung mit dem Universitäts-klinikum geschaffen worden. Im Bereich Lauterbach-Schlitz-Herbstein bestehe schon seit 2008 ein Hospizdienst, der inzwischen sehr stark nachgefragt werde und auch das Kreiskran-kenhaus des Vogelsbergkeises in Alsfeld biete eine Palliativversorgung an. Man müsse dort einfach vorstellig werden und abklären, wie eine Sterbebegleitung auch in den Ortsteilen der Gemeinde Mücke organisiert werden kann, um vielen Mensch ihren letzten Wunsch, nach einem Sterben im eigenen Haus /der eigenen Wohnung zu ermöglichen. 

Denkbar wäre nach den Worten des CDU-Politikers die Gründung eines Hospiznetzes in der Form einer Genossenschaft oder eines kommunalen Verbandes, gerade die „Interkommu-nale Zusammenarbeit“ werde derzeit in Hessen auf vielfältigen Gebieten in Gang gesetzt und vom Land sogar noch finanziell bezuschusst. In dem Verbund könnten dann die vielen Einzel-heiten geklärt und organisiert werden, die für die Sterbebegleitung notwendig sind. Es sei nicht unbedingt hauptberuflich medizinisches Personal erforderlich, in zahlreichen Hospiz-diensten arbeiteten Menschen auch ehrenamtlich. Es werde auch in Mücke zu klären sein, wie das Ganze aufgebaut und strukturiert werden könne. Der jetzt vorliegende Antrag solle ein Anstoß sein, um dieses wichtige und ständig mehr in den Focus der Öffentlichkeit kommende Thema anzugehen. Wie wichtig die Sterbebegleitung geworden ist, wird nach den Worten von Dr. Heuser daran erkennbar, dass der Deutsche Bundestag im November 2015 nach jahrelanger kontroverser Beratung ein Gesetz über die Sterbehilfe beschlossen habe. Darin sei nun klar geregelt, was erlaubt sei und was nicht. Die darin gemachten humanitären Vorgaben und ethischen Maßstäbe müssten vor Ort berücksichtigt werden.

Die CDU hoffe, dass auch die anderen Fraktionen in der Mücker Gemeindevertretung die kurz- als auch langfristige Tragweite dieses Lebensbereichs erkennen und dem Antrag zustimmen.   

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